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Am vermeintlichen Jahr seiner Geburt orientiert sich unsere Zeitrechnung. ER ist ge­wissermaÀÀen der Leuchtturm in der Brandung der Geschichte, an dem wir uns zurÀGÀckblickend oder vorwÀÀrtsschauend ausrichten, und wenn es nur unsere Zeitrechnung betrifft. Doch das allein wÀÀre und ist zuwenig, um Jesus von Nazareth einen Mann zu nennen, der Geschichte macht, der unsere Ge­šschichte beeinfluÀÀt, der bereit ist, fÀGÀr das verantwortlich zu zeichnen, was aus weiten Teilen der Menschheit durch zwei šJahrtausende geworden ist. Und es ist tatsÀÀchlich ein Unterschied, ob das, was sich heute © in welchen Bereichen auch immer © als Christentum anbietet, Seiner Intention entspricht, oder ob nicht manches und vieles geworden ist, weil wir nicht fÀÀhig waren, seine Worte zu rea­lisieren und sie absichtlich oder unab¬šsichtlich miÀÀverstan¬den ha¬ben. Soweit uns geschichtliche Daten zur VerfÀGÀgung stehen, wissen wir, daÀÀ Jesu Leben kurz und sein À?Àffentliches Wirken noch kÀGÀrzer waren. Ihm stand nichts zur VerfÀGÀgung, wodurch er etwas auf die Beine hÀÀtte stellen kÀ?Ànnen, das normalerweise unver­gessen bleibt: Er hat keine militÀÀrische Schlacht gewonnen, keine bahnbrechende Erfindung gemacht, kein bleibendes Kunst­werk geschaffen, kein Sozialwerk errichtet, kein Buch ge­šschrieben, keine Symphonie komponiert, er hat nichts von dem gemacht, was uns so furchtbar "unsterblich" erscheinen lÀÀÀÀt. Und doch: Wie wir seine Erscheinung auch deuten mÀ?Àgen, fest steht, daÀÀ Jesus das menschliche Leben mehr beeinfluÀÀt und mehr Grenzen durchbro¬chen hat als irgendein Mann sonst in der Geschichte. Was ist es, das Jesus so unsterblich macht? Was gab den Ausschlag, daÀÀ dieser junge Mann aus einem an­šscheinend unscheinbaren Volk so entscheidend in das persÀ?Ànli­che und gesellschaftliche Leben von Milliarden von Menschen eingreifen sollte? Nach den Berichten der Bibel muÀÀte Jesus von seinen Ahnen her ein starkes Fundament gehabt haben. Aus diesem Grund und auf dieser Basis konnte er jener sein, der das Volk Israel be­šfreit, ein Volk, das von den rÀ?Àmischen Herrschern unterdrÀGÀckt war. Doch dieser kleine Landstrich im ÀÀuÀÀersten Eck des rÀ?Àmi­schen Weltreiches war nur wÀÀhrend 120 Jahren ein freier, ver­einigter und unabhÀÀn¬giger Staat: wÀÀhrend der KÀ?Ànige Saul, Da­vid und Salomon. Danach wurde Israel geteilt, zerstÀ?Àrt, teil­weise wie¬der aufge¬baut und von den Babylonieren, den Persern, Griechen und RÀ?Àmern beherrscht. Die Sehnsucht nach Befreiung und Unab¬hÀÀngigkeit war groÀÀ. Ihr letzter Prophet, Maleachi, prophezei¬te das Kommen eines Mannes, der sie alle befreien konnte. Die¬ser Mann sollte der BegrÀGÀnder des Weltfriedens undÔ.¦/¦/¦/°°Ô durch ihn Israel die fÀGÀhrende Nation in der Welt wer¬den. Wenn das Reali¬tÀÀt wird, dann ist Jesus tatsÀÀchlich ein Wendepunkt in der Geschichte. Wir alle wissen, daÀÀ es nicht so gekommen ist, jedenfalls šnicht in diesem AusmaÀÀ. Worin hat Jesus (oder jemand anderer maÀÀgeblich beteiligter) den ersten Knopf verfehlt, daÀÀ wir mit dem ZuknÀ?Àpfeln bis auf den heutigen Tag nicht zurechtge¬kommen sind? Um das herauszufinden, mÀGÀssen wir uns mit dem Leben Jesu et¬was mehr auseinandersetzen: Auf welchem Fundament stand er? Was war seine Aufgabe? Was war die Aufgabe der Juden? Was hat Jesus tatsÀÀchlich bewirkt? Wie christlich sind die Christen? Alles, was wÀÀchst und gedeiht, wurzelt in einem entsprechenden Boden. Ohne Ursprung, ohne Boden ist und bleibt das Leben Je­su, seine Sendung, sein Auftrag unverstÀÀndlich. Alles beginnt in der Geschichte an einem Punkt, mit einem Men­schen. So beginnt unsere Welt, diese SchÀ?Àpfung, deren Teil wir sind, in ihrem Ursprung, ihrem SchÀ?Àpfer. Und ER hat etwas vor mit dieser SchÀ?Àfung: Ein Garten der Harmonie und des Friedens sollte sie sein, wo einer dem anderen in wahrer, das heiÀÀt bedingungsloser und selbstloser Liebe begegnet. Und das sollte durch einen Mann und eine Frau, also durch Eltern seinen An­fang nehmen. Die Bibel nennt sie Adam und Eva. Doch sie ver­sagten und brachten nicht ihre Verantwortung ein: nicht fÀGÀr ihrere eigene Vollkommenheit, nicht fÀGÀreinander, nicht fÀGÀr die sie bzw. uns umgebende SchÀ?Àfung. Der Egoismus kam auf die šWelt, in die Herzen der Menschen: noch immer beherrscht er unser Denken, FÀGÀhlen und Wollen. Der Mensch hat sich an eine egoistische, selbstsÀGÀchtige Liebe verkauft; er hat Gottes šIdeal verraten. Und alles was aus so einer selbstsÀGÀchtigen Liebe geboren wird, trÀÀgt selbst den tÀ?Àdlichen Keim des Egois­mus in sich. Aber wann, wie und wo findet Gott so einen neuen, wahren Menschen? LÀÀÀÀt sich der wie ein Kaninchen aus den Zy­linderhut ziehen? Das Zeugnis der Bibel spricht hier eine andere Sprache: Nur wenn Menschen bereit waren, ihr Leben fÀGÀr die Sache Gottes zu opfern, konnte Gott einen Sieg, eine Erfolg fÀGÀr Seine Sache verbuchen. Und solche MÀÀnner und Frauen haben den Boden dafÀGÀr gebildet, daÀÀ ein neuer Adam, ein neuer Mensch kommen konnte, um jene Aufgabe in Angriff zu nehmen, die aus unserer zer­šsplitterten und zerstrittenen Welt eine groÀÀe Familie šschafft, die so schÀ?Àn ist, daÀÀ sich sogar Gott darin wohl¬šfÀGÀhlt. Und dieser Mensch, dieser neue Adam war Jesus, Jehoschuah aus Nazareth, Jehoschuah ben©josef, spÀÀter genannt der Christus. Auch fÀGÀr ihn galt der Segen und Auftrag Gottes, den Adam und Eva am Beginn, am biblischen Beginn der Menschheit erhielten: Seid fruchtbar und vermehrt euch und herrscht ÀGÀber die SchÀ?Àp­fung. Jesus also war der Mensch des Anfangs, des Anfangs einer neuen Geschichte, einer guten Geschichte, einer Geschichte der LiebeÔ.¦/¦/¦/°°Ô und des Friedens, einer Geschichte des Vertrauens und der šFreude, einer Geschichte der Harmonie und der Einheit. Die Vorraussetzung dafÀGÀr war gewesen, daÀÀ er als sÀGÀndenloser Mensch zur Welt kam. FÀGÀr Maria, seine Mutter, war das keine leichte Aufgabe gewesen. Zu einem auÀÀerehelichen Kind ja zu sagen bedeutete nach der gÀGÀltigen Rechtslage jenes Landes und je¬ner Zeit: Tod durch Steinigen. Diese Bereitschaft, einem neuen Menschen das Leben zu schenken, entsprang nicht dem ver­stÀÀnd¬lichen Wunsch jeder jungen Frau: Ha, endlich ein Kind. FÀGÀr diese Mutterschaft wartete auf sie der Tod. Doch hier galt es, Gottes Willen, Gottes Plan zu erfÀGÀllen, wie undurchfÀGÀhrbar er auch fÀGÀr menschliche Augen aussehen mochte. Und dann erleb­te sie, jeweils auf des Messers Schneide, daÀÀ Gott sie schÀGÀt­zen konnte: Da war ein Mann, Josef, der sie nicht auslieferte. Da war wenigstens ein Stall, wo sie den KÀ?Ànig der KÀ?Ànige zur Welt bringen konnte. Und als Herodes dem Kind nach dem Leben trach¬tete, war es wieder Josef, durch den Gott sie alle retten škonnte. Jesus war zwar in sein Eigentum gekommen, wie das das Johan­nes©Evangelium ausdrÀGÀckt, doch die Seinen, der kÀÀrgliche Rest von Israel, jenes Israel, das Gott so viele Jahre, angefangen von Abraham, Isaak und Jakob, ÀGÀber Josef und Mose, Saul, David und Salomon bis herauf zu Johannes dem TÀÀufer auf das Kommen des Messias vorbereitet hat¬te, nahmen ihn nicht auf. Er stieÀÀ auf UnverstÀÀndnis und Ablehnung. Doch Jesus gab nicht auf. ER focht den inneren Kampf um seine eigene Vollkommen­šheit. Am deutlichsten kommt dies in den drei Versuchungen zum Ausdruck, die Jesus im AnschluÀÀ an sein 40©tÀÀgiges Fasten šdurchzustehen hatte. Und er gewann. Dieser Sieg verlieh Jesus eine AutoritÀÀt, die vor ihm keiner besaÀÀ. Nun konnte er auf­treten und sagen: Werdet vollkommen, denn euer himmlischer Vater ist vollkommen. Und was hÀ?Àrte der jÀGÀdische ZuhÀ?Àrer da alles heraus? Vollkommenheit, das war Harmonie von Geist und KÀ?Àrper, das war in der jesuanischen Sprache "shalem". Da war es nicht mehr weit zum "shalom" zum Frieden mit Gott, mit dem NÀÀchsten, mit der Welt. Ja diese "shalem" war und ist die ei­gentliche Grundlage fÀGÀr den noch immer heiÀÀersehnten Weltfrie­den. Da der Auftrag Jesu derselbe war, den Adam (und auch EVa) hat­ten, also Mann und Frau, konnte er persÀ?Ànlich und wir mit ihm nicht bei der individuelle Vollkommenheit stehen bleiben. Es galt doch auch die Famillie, die Ehe zu reinigen und zu einer HeimstÀÀtte Gottes, also der wahren Liebe zu machen. Das konnte und kann nur von einem wahren , von einem vollkommenen Men­šschen bewerkstelligt werden. In Jesus sollten wir nicht nur ein Bei¬spiel haben, wie man per¬sÀ?Ànliche Vollkommenheit er­šreicht, son¬dern auch wie man als Ehegatte und Familienvater liebt, wie man Sorge trÀÀgt fÀGÀr eine Familie. DarÀGÀber hinaus wollte Jesus uns auch zeigen, wie man mit den materiellen Din­gen der SchÀ?Àpfung, mit Haus und Hof, mit Geld und Gut umgeht, wie man Wirtschaft betreibt. Zu alldem muÀÀte Jesus den Menschen, den gefallenen Menschen aus dem teuflischen GefÀÀngnis der Ichsucht befreien, er muÀÀte ihn erlÀ?Àsen. Gershom Sholem, einer der gelehrtesten Kenner von Judentum und Christentum in unserem Jahrhundert schreibt zum Ô –2. ÔThema ErlÀ?Àsung: ÃÃDas Judentum hat in all seinen Formen und GeÔ.¦/¦/¦/°°Ô®staltungen stets an einem Begriff von ErlÀ?Àsung festgehalten, der sie als einen Vorgang auffaÀÀte, welcher sich in der À>Àf­šfentlichkeit vollzieht, auf dem Schaplatz der Geschichte und im Medium der Gemeinschaft, kurz, der sich entscheidend in der Welt des Sichtbaren vollzieht und ohne solche Erscheinung im Ô –2è ÔSichtbaren nicht gedacht werden kann.ÄÄ FÀGÀr Jesus bestand si­šcherlich kein Zweifel an dieser Art von ErlÀ?Àsung. Jedoch muÀÀte sie sich, um sichbar zu werden, zunÀÀchst im Inneren des Men­schen vollziehen. Der Mensch muÀÀte sich unter seiner FÀGÀhrung und Leitung dazu entschlieÀÀen, den Bereich des BÀ?Àsen, den Be­reich Satans zu verlassen und sich unter Gottes Herrschaft begeben. Konkret hieÀÀ das, daÀÀ derjenige, der erlÀ?Àst werden wollte, seinen bisherigen Bereich, seine Familie, seinen Besitz, seine Vorstellungen verlassen und Jesus nachfolgen muÀÀte. Und Nach­folge, das war das Gebot der Stunde. Um das Reich Gottes, um das Himmelreich auf Erden zub errichten, brauchte Jesus Mit­arbeiter, Nachfolger, die verstqanden, was er wollte und soll­te. Und je mehr, desto besser. Nur bei ihm konnten sie das Wort Gottes, das Ideal Gottes erfahren und erleben. Jesus ver­kÀ?Àrperte bereits den erstan Baustein der neuen Geschichte, die neue und lebensfÀÀhige Zelle war er noch nicht; dazu hÀÀtte es auch der neuen Eva bedurft. Denn Gott brauchte Eltern auf die­ser Erde, durch die ER sein elterliches Herz ausdrÀGÀcken konn­te. WÀÀren die Menschen seiner Zeit fÀÀhig gewesen, seine Botschaft, ja ihn selbst aufzunehmen,